Katze frisst Hochhaus!

Ein Mädchen ohne Haarschnitt und ein Typ, der Herms ungepierceter südländischer Zwillingsbruder sein könnte,

kochen Wollfäden und werden dann von ihrer Katze gefressen, was ihnen aber nicht die Laune nimmt, sondern sie im freien Fall tanzen lässt.

Die Band heißt Tricot Machine, kommt aus Kanada .. und die Informationen über das Duo dahinter, Catherine Leduc und Matthieu Beaumont, sind eher spärlich und noch dazu auf Französisch, eine Sprache, die zu sprechen ich anderen Leuten überlasse.

Insofern kann ich auch sehr wenig über die Inhalte der Songs sagen, gehe aber mal davon aus, dass sie nicht zur Volksverhetzung aufrufen. Denn das Album besteht größtenteils aus softigen Popsongs, mit zweistimmigem Gesang, E-piano und dem ein oder anderem elektronischen Gefiepe. Zurückgelehnt, mit etwas Kitsch und einem leichten Folk-Touch, aber immer sehr gut Gelaunt – vielleicht genau das Richtige für das Warten auf die sich immer noch herauszögernde warme Jahreszeit.

Das Album La prochaine étape bekommt man für viel zuviel Geld als Importware bei Amazon, bei iTunes (vorausgesetzt man hat einen kanadischen Account) oder auf der Labelseite für sympathische 17 US-Dollar inklusive internationalem Versand. Aber jetzt erstmal das oben bereits angekündigte Video: Défier les rites

my love has lost her sun dance smile

Die schönsten Linkempfehlungen kommen oft unerwartet:
Die Dani kann ich leider nicht verlinken, weil sie das Internet eher skeptisch von außen beobachtet. Dafür hat sie den YouTube-Channel von watchlistentell ausgegraben: Englische Indiemusiker mit Handkamera im Freien gefilmt. Allesamt mir unbekannt – aber schöne Lieder in charmanter Optik. Gefilmt wurde laut Myspace-Seite des Projektes mit einer Canon 5D, der 70s-Look im leicht vergilbten Super8-Charm ist aber wohl eher der Nachbearbeitung geschuldet: Gerade beim nachfolgenden Magic Touch der Golden Silvers erwartet man jeden Moment, dass das Straßenkonzert von einem heranrasenden Ford Cortina aufgelöst werden könnte.

It hurts, it kills, it screams

Zu meiner großen Verwunderung musste ich fest­stel­len,
dass ich hier noch gar nichts über Dan Mangan geschrie­ben habe.
Dabei hat mir der Mann doch irgendwie das Jahr 2009 gerettet. Da fiel mir mitten im Examensstress seine Robots EP in die Hände und wenige Wochen später kam dann auch aus Kanada meine bestelltes Exemplar des Albums Nice, Nice, Very Nice! Dan Mangan macht irgendwie auch eines dieser Singer-Songwriter Dinger: Akkustik­gi­tarre, traurige Stimme, lebt in Kaffeehäusern und ist immer schrecklich nett zu allen Leuten, denen er begegnet. Wer ihn schonmal auf dem (übrigens grandiosen) kanadischen Radiosender CBC3 erlebt hat, kann das bestätigen. In Kanada räumt er jedenfalls gerade einen Indie-Award nach dem anderen ab – und damit Ihr hier nicht erst den großen Hype abwarten müsst, wie er gerade bei Mumford & Sons stattfindet, schon mal ein Video mit einer Unplugged­dar­bietung von Dan. Sold findet sich auch auf dem aktuellen Album,  aber schon diese Akkustik­fassung wird so charmant vorgetragen, dass Ihr sie Euch unbedingt anhören solltet.

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