Was habe ich mich gefreut, als das neue Divine Comedy Album angekündigt wurde. Neil Hannon hatte ja erst ein paar Monate zuvor zusammen mit Thomas Walsh das Kricket-Album The Duckworth Lewis Method veröffentlicht – das hatte zwar nicht die Qualität seiner bisherigen Alben, war aber nicht zuletzt wegen der Themenstellung skurril-amüsant.

Auf dessen Cover gibt Hannon mit Melone auf dem Kopf, Pfeiffe im Mund und Hund im Arm die beim Sodomistenschaumbad ertappte Upperclass-Celebrity. Derartig waghalsig sind die Abenteuer des Erzählers im titelgebenden Stück zwar nicht, dennoch treibt ihn ebenfalls die Angst vor dem Ertapptwerden durch den düsteren 3/4-Takt des wohl typischsten Divine-Comedy-Stücks auf dem Album: Clevere Arrangements, sehr durchdachte Melodien und Hannons Freude am Wortverdrehen.
Das findet sich dann auch im ersten Song Down in the Street below. Der beginnt zwar selbst nach Divince-Comedy-Standards etwas arg kitschig, gewinnt nach dem Intro aber an Schwung und Bläsern. Die Unzufriedenheit amit der Mittelmäßigkeit des eigenen Lebens und die Sehnsucht nach mehr Glanz, sieht Hannon in den Straßen unter seinem Fenster vorbeiziehen um am Ende festzustellen, dass befriedigte Wünsche meist nur Leere hinterlassen.
Dagegen nimmt sich Have you ever been in love deutlich fröhlicher aus: “Have you ever figured out the meaning of life – just by looking into someone elses eyes?” swingt Hannon sich ins Finale des Stücks. Und wenn eine übermütige Gruppe in Assume the Perpendicular ein altes englisches Herrenhaus stürmt, gibt Hanon dem Hörer auch wieder alles, was er bei Duckworth & Lewis vermisst hat.
The Complete Banker reitet etwas platt auf der Wirtschaftskrise herum, textlich wäre hier irgendwie mehr drin gewesen, daran kranken auch das mit seinen Musikreferenzen in den frühen 90ern zu verbuchende At the indie disco und der wohl schwächste Titel der Platte I like: “I like you cause you’re sexy. I like the sexy things you dress in. I like it when you’re sitting next to me texting me sexy things.” – das ist doch nicht der Neil Hannon der das Konzeptalbum Promenade getextet hat!
Island Life beschreibt müde Inselromantik, mit nervtötenden weiblichen Backingvocals, When a man cries möchte ich gar nicht erst erwähnen und dann ist da noch Can you stand upon a leg: Hannons “Party Piece” mit viel Interaktionsmöglichkeiten mit dem Publikum – das halt leider auf Platte nur beim ersten Mal lustig ist und sich eher als B-Seite geeignet hätte.
Von denen klingen drei wie auf dem Schneidetisch vergessenes Restmaterial diverser EasyListening-Bands. Nummer Vier, Napoleon Complex, ist dagegen ein großartiges Kopfnicken in Richtung David Bowie und hätte unbedingt auf das Album gehört
Bang goes the Knighthood ist sicherlich ein schwaches Divine Comedy Album – aber als solches den meisten Alben anderer Künstler immer noch überlegen. Ich rate zur französischen Specialedition, die enthält noch eine Bonus-CD auf denen Hannon bekannte französische Chansons covert.
Was habe ich mich gefreut, als das neue Divine Comedy Album angekündigt wurde. Neil Hannon hatte ja erst ein paar Monate zuvor zusammen mit Thomas Walsh das Kricket-Album The Duckworth Lewis Method veröffentlicht - das hatte zwar nicht die Qualität seiner bisherigen Alben, war aber nicht zuletzt wegen der Themenstellung skurril-amüsant.
Und nun: Bang goes ...