Archive for the 'Yesterday’s Better Tomorrow' Category

« Previous Entries

Re:view

<

p style=”text-align: center;”> [Die Bilder stammen übrigens von der Julia. Danke!]

Wenn
man bei Sonnenschein im Garten sitzt und versucht, wieder Herr seines Feedreaders zu werden, stellt sich einem schnell die Frage, was man denn nun selber über die Re:publica schreiben soll, ohne nur das wiederzukäuen, womit andere bereits schneller waren. Ich meine, “Relevanz” war ja gerade ein großes Thema in Berlin – Twitter, Blogs, Bürgerjournalismus oder gar die Re:publica selbst – und persönlich frage ich mich ja schon, wer aus Paneldiskussionen zu Grundsatzfragen jemals  mit einem veränderten Weltbild rausgegangen ist. Wahrscheinlich sind Relevanzdiskussionen selber irrelevant.

Aber
vor Ort  erledigt sich das recht schnell. Spätestens am zweiten Tag habe ich nicht mehr über die Relevanz von Twitter nachgedacht und nach der Twitterlesung wurde mir erstmals klar, wie man den Dienst überhaupt nutzen kann. Und dass man aus all diesen Medien nur soviel rausholt, wie man selber reinsteckt, sei es Beteiligung oder einfach nur geschickte Selektion bei den Quellen. Da musste ich dann feststellen: Ich hätte mir schon etwas mehr Mühe geben können, so im Vorfeld! Soviele großartige Menschen getroffen, deren Blogs oder Twittertimelines ich nie wirklich wahrgenommen hatte, nur weil ich zu faul war, mal über die bestehenden RSS-Feeds hinauszusehen. Beim nächsten Mal besser.

Soviele
tolle Vorträge gehört, leider liefen die oft parallel, aber hoffentlich sickern Teile davon ins Netz. Die Juravorträge waren großartig, vielleicht bin ich da aber auch vorbelastet. Wenn man die Brandrede von Doctorow (wie ich) etwas inhaltsleer fand, ließ sich das bspw. mit Till Kreutzers Urheberrechtsvortrag gut ergänzen. Der sah nicht nur wie Simon Pegg1 aus, sondern hatte auch eine gute Analyse zu den Ursachen der Probleme und Vorschläge, die nicht die sofortige Entrechtung aller Verwertungsgesellschaften forderten. Erneutes Versagen bei der Vorbereitung: Bei “Die Welt verändern in 60min” nur das Wort Flashmob gelesen und Übermut und Unfug erwartet. Tatsächlich wollte man selbstlosen Einsatz für Sozialprojekte von mir – was dem Juristen ja völlig fremd ist. Nach der Flucht die letzten paar Minuten eines Twitterrelevanzvortrages gehört, dann kamen Henning Krieg und Thorsten Feldmann, die in viel zu kurzen zwei Stunden einen Überblick über Themen gaben, vor denen man gerne unwissend-panisch die Augen verschließt: Richtiges Zitieren, fremde Bilder und das stets gefürchtete Impressum.2


[Statt Sozial: Juristenvorträge]

In Berlin
habe ich auch Club Mate kennengelernt. Großartiges Zeug! Am zweiten Tag konnte ich schon nicht mehr ohne und die Entzugserscheinungen sind inzwischen so qualvoll, dass ich morgen gleich die einzige Quelle in Regensburg aufsuchen werde. Nicht zu vergessen: Die Menschen, die man manchmal schon seit über einer Dekade liest, die einem teilweise so nahe stehen wie Familienmitglieder, persönlich zu erleben – das wiegt jedes noch so unerträgliche Relevanzpanel wieder auf.

Berlin
ist grau3 und eng und laut und schmutzig und voller Menschen mit iPhones, die man ihnen manchmal rektal einführen möchte, vor allem wenn schon wieder das Funknetz zusammengebrochen ist. Ich glaube, ich möchte dort nicht leben. Für einen kurzen Ausflug war es aber mal wieder wirklich schön.
  1. Klar, wenn ich jetzt bei Google nach einem Bild von Till suche, sieht der da natürlich ganz anders aus, vertraut mir einfach!
  2. Viele praktische Informationen in dieser Richtung findet man übrigens bei iRights. Sollte man mindestens einen Blick draufgeworfen haben.
  3. Naja, eigentlich ist die Architektur recht bunt oder zumindest streetartverziert. Aber wenn mal irgendwo ein Stück Grün zu finden ist, zäunen sie es ein und lassen niemanden drauf

James Houston und Official Secrets Act – So Tomorrow

Irgendwer hat wohl den Inhalt einer alten 5,25-Zoll-Floppy bei Vimeo hochgeladen – und ich bin mir gerade nicht sicher, wen ich hier in die Mitte des Rampenlichts rücken soll: Auf der A-Seite der Diskette finden sich Official Secrets Act, die großartigen Indiebritpoprock spielen, auf der Rückseite James Houstons Videoarbeit dazu (hier und hier bereits lobend erwähnt), der für “So Tomorrow” die feuchten Träume jedes Videospielillustrators aus dem Jahre 1982 in bewegte Bilder umgesetzt hat. Entscheidet selbst, was Euren Tag stärker bereichert hat, hier ist der Clip (auf der Vimeoseite auch in höherer Auflösung verfügbar):

<

p style=”text-align: center;”>

Die anderen Songs von Official Secrets Act sind ebenfalls einen Besuch ihrer Myspace-Seite wert.

<

p style=”text-align: right;”>[Direkt So Tomorrow bei Vimeo] [James Houstons Website] [James Houston bei Vimeo] [Official Secrets Act bei MySpace]

Bevor Toni Polster einen doppelten Doktortitel hat, ist das Kaiserreich zu Ende.

<

p style=”text-align: center;”>

Österreich hat wieder einen Kaiser! Robert Heinrich I. von Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem österreichischen Fernsehen wieder den Glanz vergangener Tage zu verschaffen. Donnerstag Abends halten seine kaiserliche Hoheit Audienz und die Prominenz aus dem österreichischem Volk darf vortreten und dem Kaiser seine Sorgen, Probleme und Bewunderung aussprechen. Toni Polster stellt hier sein Bibelhörbuch vor – aber auch die österreichische Spitzenpolitik sucht Rat beim Kaiser:

<

p style=”text-align: center;”>

“Wir sind Kaiser” versteckt sich vor deutschen Zuschaueraugen leider in der hermetisch abgeriegelten ORF-Welt. Nur durch Zufall begegnete mir die Show heute Nacht als Wiederholung auf 3Sat. Und bis jetzt bin ich begeistert! Sie gibt einem, wie man nebenan völlig richtig meinte, das Gefühl zurück, dass sich noch jemand Gedanken über originelle Inhalte macht.

„Unser lieber Robert Heinrich, wir danken es dir Recht. Wir haben einen Kaiser, uns geht es nicht mehr schlecht“ (Kaiserhymne für Robert Heinrich I.)

Der österreichische Komödiant und Fernsehschaffende Robert Palfrader ist dem deutschen Zuschauer leider unbekannt. Ebenfalls auf 3Sat konnte man ihn in der Vergangenheit in “Undercover” sehen, wo er (vergleichbar mit Ulmen in “Mein neuer Freund“) zusammen mit Angelika Niedetzky in wechselnden Verkleidungen Leuten auf die Nerven gehen durfte. Das war zwar durchaus unterhaltsam, reicht aber nicht an “Wir sind Kaiser heran”.

Vom hohen Thron schnauzt er in leicht nasalem Wienerisch auf seine Gäste herab, die demütig vortreten müssen und in dieser Situation keine Kontrolle mehr über den Gesprächsverlauf haben. Palfrader kann tun und lassen, was er will, sogar Michael Mittermeier zum Botschafter ernennen, denn die Bayern könnten vielleicht ja bald einen Kaiser wollen.

<

p style=”text-align: center;”>

Vielleicht ist ja der Kaiser auch in der Lage, Österreich nach dem letzten Wahlausgang wieder auf die Beine zu helfen. Zuschauen können wir Piefkes ihm in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 00:55 auf 3Sat.

<

p style=”text-align: right;”>[Direkt Toni Polster beim Kaiser] [Direkt Politikerbriefe beim Kaiser] [Direkt Michael Mittermeier beim Kaiser]

<

p style=”text-align: right;”>[Wir sind Kaiser bei 3Sat] [Wir sind Kaiser in der Wikipedia]

« Previous Entries