Archive for the 'Time is on my side' Category

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The yuppies networking, the panic, the vomit.

Weil das deutsche Internet ja zum größten Teil in Berlin stattfindet,
kennt ihr alle TV Noir wahrscheinlich schon lange – ich stieß erst eben darauf: Eine monatlich statt­findende Revue berliner Singer­song­writer, in schönem schwarz­weiß gefilmt mit so großen Namen wie Gisbert zu Knyp­hausen, Virginia Jetzt oder dem Mann hinter Angelika Express zu Gast. Oh, Und Olli Schulz war auch schon mit dabei. Nachfolgend mein Lieblings­radio­headsong von der OK Computer, gecovered von einem Mit­glied von Yasmine Touriste, einer mir bis heute ebenfalls unbekannten schönen Band. [TV Noir] [Paranoid Android bei TV Noir] [Yasmine Touriste]

umgotteswillen: Tee!

Jetzt wo die Tage wieder länger, kälter, feuchter und verschnupfter werden, muss ich Euch auf diesen Videoclip von Kula Shaker hinweisen.  Also schnell eine Tasse Lapsang Souchong aufbrühen und auf Play drücken, denn wenn George Orwell in einem pythonesken Musikvideo zur Mithilfe aufruft, ist das mehr als ein Befehl!

[Direkt Gegen den Kaffeefaschismus]

Zuviele Pixel, zuwenig Neues – Winnenden in Onlinemedien

Wieviel Platz wollen wir den Amoklauf in Winnenden in unserem Leben beimessen? Wieviel Platz messen die “neuen Medien” dem Amoklauf in ihrer Darstellung bei? Wie weit muss ich abwärts scrollen, wenn ich nichts darüber lesen möchte?

Ich habe nachgemessen1: Wieviele Pixel vom Seitenbeginn entfernt befindet sich der erste amokfreie Artikel? Für alle Interessierten hier ein kurzes bebilderten Ranking acht gern genutzter Nachrichtenportale2 zwischen 15 und 17 Uhr:

  1. Focus.de: 1464 Pixel
  2. Sueddeutsche.de: 1278 Pixel
  3. Spiegel.de: 1260 Pixel
  4. Tagesschau.de: 1197 Pixel
  5. Netzzeitung.de: 912 Pixel
  6. Faz.net: 847 Pixel
  7. Taz.de: 708 Pixel
  8. Ftd.de: -1319 Pixel

Setzt man auf Masse, ist also Focus Online klarer Gewinner, knapp gefolgt von Spiegel Online und der Webpräsenz der Süddeutschen Zeitung.

Was bedeutet dieser Amok-Block aber in der Praxis? Ein Großteil meiner Besucher benutzt eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, wie sie auf den meisten Notebooks üblich ist. Von den vertikal verfügbaren Pixeln gehen – je nach Einstellungen und Betriebssystem – bis zu 200 Pixel für Taskleisten, Statusleisten, Adresszeile und andere Interfaceelemente weg. Es bleibt für viele also nur eine nutzbare Fensterhöhe von 600 Pixeln.

Ein solcher Nutzer muss also beim Betrachten von Focus Online fast 2 1/2 Browserfenster nach unten scrollen, bis er Inhalte zu sehen bekommt, die nicht mit den tragischen Geschehnissen in Winnenden in Verbindung stehen.

Die Kopfbereiche einer Seite längere Zeit mit Berichten über immer denselben Vorfall zu verstopfen kann auf den Betrachter schnell frustrierend wirken. Ob es wirklich notwendig ist, das Leid der Beteiligten auf soviel Raum auszuwalzen, möchte ich dabei gar nicht erörtern.

Es ist aber auf jeden Fall ein unnötiger Usability-Fehler, wenn sich der Besucher erst durch einen riesigen einseitigen Informationsblock hindurchquälen muss, der ihn möglicherweise gar nicht interessiert. FAZ und TAZ handeln das Thema auf wesentlich weniger vertikalem Raum ab, was auch sofort besseren Überblick über das Angebot an gewichtigen Neuigkeiten gibt.

Einen Sonderweg geht die Financial Times. Hier hat man erkannt: Der Interessenschwerpunkt unserer Leser liegt auf Wirtschaftsnachrichten. Konsequent kommt die erste Amokmeldung, in einem deutlich gekennzeichnetem Infoblock, erst nach 1319 Pixeln, was angesichts der Durchschlagskraft der Vorfälle in Winnenden vielleicht doch ein wenig untergewichtet ist.

Die nutzerfreundlichste Lösung liegt also wohl irgendwo zwischen FTD und TAZ. Durchsetzen wird sie sich wahrscheinlich nicht.

  1. Auf Screenshots, die ich mit dem großartigen Firefox-Plugin Screengrab erstellt habe.
  2. Bild.de und Stern.de habe ich Ihnen und mir bei dieser Untersuchung erspart

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