Archive for the 'Volle Kraft Rückwärts' Category

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Chris died for you

Albumcover-imitatZuerst freut man sich natürlich: Da hat wer eine Promo-CD vom neuen Album von Chris Cornell. Carry On. Nichts wie hin, das will man hören. Denn: Soundgarden, olé olé; Euphoria Morning, groovy; Audioslave, auch schick (das letzte Album vielleicht nicht, aber, hey, was soll’s?).

Und dann hörst Du die ersten Töne vom Opener ‘No such thing’ und denkst Dir: Ey, alte Rockersau, der lässt’s ja nochmal richtig krachen. Denkste. Nach einer halben Minute Gitarrenlärm wird es plötzlich still und seicht. Geraunze, wie auf der Euphoria Morning. Aber das könntest Du noch verkraften, nicht sehr originell – aber man kann sich ja auch nicht in jedem Song neu erfinden.

‘Poison Eye’, einen Track später, hat den synkopisierten Charme der ‘Down on the Upside’, nur leider nicht so strikt durchgezogen wie vor zehn Jahren. Irgendwie scheint Chris doch sehr stolz auf seine Stimmbänder zu sein – die müssen sich daher auch nicht dem Rhythmus beugen, machen was sie wollen (oder was Chris will) und damit alles kaputt. Der an sich mitreißende Beat verkommt damit zur Begleitperkussion ohne eigene Leitkraft.

Ab ‘Arms Around You’ beginnt man zu verzweifeln, derartig weichgespült hat sich Cornell die letzten Jahre über. Dieser Track trägt die neon-leuchtende Aufschrift ‘radiotauglich’. Chris verkitscht. Leider erholt er sich auch im weiteren Verlauf der CD nicht. Interessanterweise klingt das Album nach all den Scheußlichkeiten der frühen 90er-Jahre, die Soundgarden damals vermieden haben. Breite Refrains, unelegant-schmalzige Gitarrenläufe. Grunge auf Entziehungskur.

Da hat also einer alles, was er an Lebenserfahrung hatte, über Bord geschmissen – und dann geht er noch einen Schritt weiter: Er covered coverd covert ‘Billie Jean’. Nicht schmissig wie Jacko, nein Chris will ein Requiem. ‘Billie Jean’ ist aber nunmal nicht ‘Mary Jane’s last dance’ und überhaupt sollte man manche Lieder im Jahre 2007 nicht mehr hervorholen.

Frauenstimmenunterstützung bei ‘Scar on the Sky’; nein, Quatsch, Chris hat sich nur ganz kitschig selbst in den Refrain gesampled gesampelt. ‘Your Soul Today’ hat Percussion, Riffs und Soli eines Aerosmith-Songs aus der ‘Cryin’-Phase. In ‘You know my Name’ werden die Him-Streicher rausgeholt, Finale im 0-8-15-Orchesterpomp.

Uns bietet sich ein Bild des Grauens. ‘Carry On’ ist Cornells ‘Rudebox’: Alle Schlappen eines Zeitalters interpretiert, komprimiert, rearrangiert. Leider ohne Innovationen. Wir müssen also doch auf das neue Album der Smashing Pumpkins weiterhoffen.

Chris Cornell – Carry On, ist ab 28. Mai 2007 erhältlich.

Alles cool in Kabul..

Geht es nur mir so, oder kichern andere auch vor sich hin, wenn sie solche Sachen wie “Mullah Dadullah” bei Spiegel-Online lesen müssen?

Stöckchen

Juhuu. Gerade mal eine Hand voll Einträge und schon bekomme ich ein erstes Stöckchen vom Philipp. Um Filme geht es. Also los:

1. Ein Film, den Du mehr als zehnmal gesehen hast … Wirklich nur einen? Oder soll ich doch lieber die Liste runterrattern, die andere vor mir genannt haben? Im Geiste kopieren wir also den Summs meiner Vorredner und hängen “The Knack and how to get it” (“Der gewisse Kniff”) an, ein Film mit dem ich aufgewachsen bin. Und weil den sicher niemand kennt aber jeder gesehen haben sollte (wie eigentlich alle Richard-Lester-Filme, bis auf “Superman 2″) , hier der Verweis auf YouTube, wo man ihn sich komplett (in vielen Einzelstücken) ansehen kann.

2. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast. Habe ich einen Film jemals 2x im Kino gesehen? Ich muss nachdenken… In einer Kleinstadt ohne nennenswerte Nahverkersmöglichkeiten aufgewachsen, hatte ich nie die Gelegenheit, vor Ort die richtig coolen Filme zu sehen, sondern musste immer erst mühsam eine Fahrgelegenheit zu nem Multiplex- oder Kleinkunstkino auftreiben, die ersten 20 Jahre war sowas also nicht drin. Und die letzte Zeit über? Ich war zweimal in Muxmäuschenstill. Das war’s dann schon, glaube ich. An mir verdient man wohl nicht sonderlich gut.

3. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen … Als Mann traut man sich ja nie, sowas offen zu sagen, aber Johnny Depp wäre ein guter Grund. Ob der ausreichend ist, mich in “Fluch der Karibik 3″ zu bugsieren, weiß ich aber nicht. Woody Allen wäre auch noch so ein Kandidat – wobei der aber ja meist mehr macht, als nur zu Schauzuspielern. Und natürlich die gesamte Riege britischer Sitcomdarsteller, wenn einer von denen mal wieder nen Film dreht.

4. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen … Hm. Ich werde nicht in den Oliver-Pocher-Film gehen. Aber der ist ja auch eigentlich kein Schauspieler, sondern etwas Unerfreuliches, für das mir gerade keine Bezeichnung einfallen mag. Orlando Bloom kann ich auch nicht ab, was das “Fluch der Karibik 3″-Projekt weiter gefährdet. (weiterlesen…)

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