Archive for the 'No Future!' Category

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Der Meister niest nicht, er lässt Erben!

Es ist November und zumindest im süddeutschen Raum unangenehm nasskalt. Ganz Erkältungs-Ontopic gibt sich der Spiegel und verkündet: Harald Schmidt hat sein Testament gemacht.

Damit soll zwar in erster Linie ein Spiegel-Gesundheitsheft angetrailert werden, dennoch stellt sich mir die Frage, was Schmidt sich eigentlich dabei gedacht hat. Harald erschien mir in der Vergangenheit immer als ein Mensch, der sein Privatleben angenehm dem Presseblicken entzog.

Variante 1: Er brauch Werbung für seine Show mit Oliver Pocher Das käme gar nicht unerwartet. Mein Bekanntenkreis strotzt vor Leuten, die bei der Show mit den Worten “Bäh, der Pocher” abwinken, ohne überhaupt hinzusehen. Persönlich muss ich sagen, dass man bei Schmidt besser aufgehoben ist, als bei anderen deutschen Produktionen, egal wie tief die Qualität auch sinken mag (und auch zu meiner Überraschung ist es nicht unbedingt allein Pochers Schuld, wenn bei Schmidt & Pocher des Öfteren einiges nicht rund läuft).

Variante 2: Er ist sterbenskrank (Krebs?) und hat akuten Regelungsbedarf Ausdrücklich wird im Artikel die – selbstverständlich im hohen Alter beschwerdenfreie – Ahnengalerie des Herrn Schmidt präsentiert. Keine Frage: Wer solche Statements abgibt (so bereits im PR-Anfängerhandbuch), der will damit gegenläufige Wahrheiten vertuschen. Nicht nur Schmidts-Show leidet also, nein: Auch der Meister kränkelt, fiebert und stirbt letztendlich wohl bald. Das erklärt den Spiegel-Auftritt, das An-Bord-Holen Pochers, das Verschwinden von Andrack (“der Dicke mit dem Hundeblick hätte bloß vor der Kamera geheult”) und den Besuch an Rudi Carrells Sterbebett (wohlmöglich um sich mal zu informieren, wie das dann so abläuft).

Aber wahrscheinlich war es dann wohl doch nur dämliche Werbung für die Show.

(Und wer die noch nicht gesehen hat, dem sei hiermit befohlen, sie nächsten Donnerstag um 22.45 auf ARD anzusehen – vorausgesetzt, man bleibt dem alten Spielplan nicht treu und sendet dieses Mal wirklich wöchentlich ..)

Ängste, die Marty McFly nie hatte (1)

.. bei einem Zeitsprung in die nicht allzuferne Zukunft oder Vergangenheit: Die gerade gültigen eigenen Passwörter und Mobiltelefon-Pins nicht Kennen.

Wir sind Kaida!

Terrorschaf!

Endlich! Ich warte da ja schon so lange drauf: Terror in Deutschland. Neulich hatte mich ja B5 schon so weit, mit der Meldung “Deutsche Polizisten Opfer von Terroranschlag” – aber der fand in Afghanistan statt und zählt damit nicht so wirklich (wenngleich genauso tragisch) als Bedrohung für’s Vaterland. (Das mit Afghanistan habe ich damals unter der Dusche nicht mitbekommen, heissa, war da was los bei uns in der WG, bis im Internet nachgelesen wurde)

Aber jetzt hat es geknallt, also lediglich in den Medien, denn unsere Behörden reagieren recht flott. Mehrfach umkreist hat einer der Täter mit seinem Auto eine US-Botschaft und dabei wohl Fotos gemacht: Schwupps, wurde sein Telefon überwacht. (Das Szenario ‘Verirrter Reisender kreist im Diplomatenviertel, Tochter spielt mit Fotoapparat auf Rücksitz’ bereitet mir in diesem Zusammenhang Bauchweh.) Ein grandioser Lausbubenstreich ebenso: Die explosiven Bombenbauchemikalien durch eine Verdünnung austauschen. Und ja, der Oberterrorist hat den schönen Namen ‘Fritz’, und das ist heute eigentlich mein Hauptanliegen.

Das Problem bei der Sache ist nämlich, dass (auch wenn gerade alle panisch aufschreien) dieser Terroranschlag gar nicht wirklich gegen den deutschen Staat gerichtet war. Primäres Ziel waren US-Botschaften – Deutschland ist da eher kollateral-Schauplatz. Eine islamisierte Version des Ami-Go-Home. Wenn ein deutschstämmiger Terrorist namens Fritz mit religiös-fanatischem Hintergrund US-Botschaften angreift sollten wir uns weniger bedroht fühlen – wir sollten uns eher dafür schämen, dass ein Bundesbürger solchen Quatsch macht. Schämen, gemeinsam mit den in Deutschland lebenden Moslems: Diese für verwirrte Mitglieder ihrer Religion, wir (wie immer) lediglich für uns selbst – das bietet der Integration doch Chancen.

Wie aber umgehen mit dem Terror? Alle zeigen mit dem Finger auf Pakistan und nörgeln, dass man mit denen etwas härter umspringen sollte. Schäuble hatte im ARD-Brennpunkt eine hübsche neutrale Bezeichung für den Personentransfer in Terrorlager, der irgendwie nach Urlaub und Tourismus klang, mir gerade aber leider entfallen ist. Die Leute werden wir nur schwierig aufhalten können. Und Pakistan … hat Atomwaffen! Kann man so einem Staat so einfach Angst machen? Wir bräuchten selber Atomwaffen, die wir auf irgendetwas richten, dass Pakistanern und Terroristen am Herzen liegt: Die Al-Haram-Moschee von Mekka. Weiß irgendjemand, wie es dort mit der Langstreckenraketenabwehr aussieht? Nein, das ist natürlich Quatsch: Ich spreche mich hier nicht für die Zerstörung kultureller Denkmäler mit religiöser Bedeutung aus. Zudem käme das dem Stochern in einem Wespennest gleich. Dennoch sollte man sich einmal überlegen, ob man dem Terror, (der ja in erster Linie mit seinen Handlungen die Psyche anspricht, Angst auslöst, usw) nicht ebenfalls auf diesem Wege beikommt, anstatt lediglich Vorkehrungen zu treffen.

Ach ja: Julia meinte, sie hätte bereits vor Jahren ‘bumm’ gesagt (ist damit wohl Vorreiter auf dem Gebiet des deutschen Terrors der Post-RAF-Generation), Anna hat das tolle Terrorschaf da oben gemalt und Philipp ist eigentlich nur froh, dass die Sache medial nicht über die Apple Keynote gelappt ist.

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