Archive for Juli, 2010

I like your brain, both left and right half

Neil Hannon dreht ab.

Und hat eine neue Freundin. Am Schlagzeug macht sie keine schlechtere Figur als Meg White.

An meinem Urteil, dass “I like” der schwächste Song auf dem aktuellen Album ist, ändert das allerdings nichts.

Cos nothing here feels right: Dolbro Dan

Würde der Tallest Man on Earth Songs von Kula Shaker covern,

es klänge wahrscheinlich so, wie Dolbro Dans Version von Shower Your love on me. Dan ist 25 und Ire. Und für 2010 hat er sich vorgenommen, endlich eine eigene Webseite aufzumachen.

Bislang lässt sich leider sehr wenig über den jungen Mann aus Bangor im Netz finden.

Die hell-metallische Stimme und die Western­mund­harmonika erinnern ein wenig an Bob Dylan und verleihen einem meiner liebsten Kula Shaker Songs eine ungewohnte Melancholie. Für einen Sampler hat er den Song auch nochmal vernünftig eingespielt – beides hörenswert. Durchaus interessant sind auch die (leider etwas angestaubten) Songs auf seiner Myspace-Seite. Vielleicht fasst er sich ja wirklich ein Herz und veröffentlicht in diesem Jahr noch seine Homepage und neues Material.

It’s always a pleasure and never a chore: Bang goes the knighthood

Was habe ich mich gefreut, als das neue Divine Comedy Album angekündigt wurde. Neil Hannon hatte ja erst ein paar Monate zuvor zusammen mit Thomas Walsh das Kricket-Album The Duckworth Lewis Method veröffentlicht – das hatte zwar nicht die Qualität seiner bisherigen Alben, war aber nicht zuletzt wegen der Themenstellung skurril-amüsant.

Bang goes the Knighthood

Und nun: Bang goes the Knighthood.
Auf dessen Cover gibt Hannon mit Melone auf dem Kopf, Pfeiffe im Mund und Hund im Arm die beim Sodomistenschaumbad ertappte Upperclass-Celebrity. Derartig waghalsig sind die Abenteuer des Erzählers im titelgebenden Stück zwar nicht, dennoch treibt ihn ebenfalls die Angst vor dem Ertapptwerden durch den düsteren 3/4-Takt des wohl typischsten Divine-Comedy-Stücks auf dem Album: Clevere Arrangements, sehr durchdachte Melodien und Hannons Freude am Wortverdrehen.
Das findet sich dann auch im ersten Song Down in the Street below. Der beginnt zwar selbst nach Divince-Comedy-Standards etwas arg kitschig, gewinnt nach dem Intro aber an Schwung und Bläsern. Die Unzufriedenheit amit der Mittelmäßigkeit des eigenen Lebens und die Sehnsucht nach mehr Glanz, sieht Hannon in den Straßen unter seinem Fenster vorbeiziehen um am Ende festzustellen, dass befriedigte Wünsche meist nur Leere hinterlassen.
Dagegen nimmt sich Have you ever been in love deutlich fröhlicher aus: “Have you ever figured out the meaning of life – just by looking into someone elses eyes?” swingt Hannon sich ins Finale des Stücks. Und wenn eine übermütige Gruppe in Assume the Perpendicular ein altes englisches Herrenhaus stürmt, gibt Hanon dem Hörer auch wieder alles, was er bei Duckworth & Lewis vermisst hat.
Neben all den Lichtblicken aber auch viel Schatten, vieles wirkt unfertig:
The Complete Banker reitet etwas platt auf der Wirtschaftskrise herum, textlich wäre hier irgendwie mehr drin gewesen, daran kranken auch das mit seinen Musikreferenzen in den frühen 90ern zu verbuchende At the indie disco und der wohl schwächste Titel der Platte I like: “I like you cause you’re sexy. I like the sexy things you dress in. I like it when you’re sitting next to me texting me sexy things.” – das ist doch nicht der Neil Hannon der das Konzeptalbum Promenade getextet hat!
Island Life beschreibt müde Inselromantik, mit nervtötenden weiblichen Backingvocals, When a man cries möchte ich gar nicht erst erwähnen und dann ist da noch Can you stand upon a leg: Hannons “Party Piece” mit viel Interaktionsmöglichkeiten mit dem Publikum – das halt leider auf Platte nur beim ersten Mal lustig ist und sich eher als B-Seite geeignet hätte.
Apropos: Bei iTunes finden sich noch vier Bonus Tracks.
Von denen klingen drei wie auf dem Schneidetisch vergessenes Restmaterial diverser EasyListening-Bands. Nummer Vier, Napoleon Complex,  ist dagegen ein großartiges Kopfnicken in Richtung David Bowie und hätte unbedingt auf das Album gehört
Bang goes the Knighthood ist sicherlich ein schwaches Divine Comedy Album – aber als solches den meisten Alben anderer Künstler immer noch überlegen. Ich rate zur französischen Specialedition, die enthält noch eine Bonus-CD auf denen Hannon bekannte französische Chansons covert.