Archive for Juni, 2009

Browserhistory Auslesen: Ich sehe was, was Du nicht siehst!

Wo

gerade alle laut und panisch das Wort Zensur durch die Gegend schreien, starte ich hiermit den Gegentrend: Überwachung!
Ob ein Nutzer bestimmte Internetseiten in der letzten Zeit besucht hat, lässt sich nämlich vergleichsweise einfach überprüfen:

Wie von Zauberhand listet mir diese Seite von Brendon Boshell (nach kurzer Wartezeit) einen guten Teil meiner Browserhistory auf. Auch Schutzmechanismen wie NoScript sind dagegen wirkungslos, denn so komplexe Techniken wie Javascript braucht Boshell nicht, um an die Daten zu kommen – aber wie schafft er das genau?

Screenshot vom Linkklau

Boshell

bedient sich eigentlich relativ stumpfer Hiebwaffen: Cascading Stylesheets (CSS). Jedem ist vielleicht schonmal aufgefallen, dass besuchte Links auf Websites idR in anderen Farben / Formen dargestellt werden als unbesuchte. Der Browser ist also in der Lage zwischen besuchten und unbesuchten Seiten zu unterscheiden. Über CSS lässt sich die unterschiedliche Darstellung dieser Links sehr genau steuern, so können bspw. andere Schriftarten, Farben oder gar Hintergründe verwendet werden.

Vereinfacht ausgedrückt geschieht hier Folgendes: Der Auslesemechanismus öffnet auf seiner Seite ein unsichtbares iFrame, in dem sich eine Seite mit sehr vielen Links befindet. Für besuchte Seiten hat er in den Stylesheets festgelegt, dass ein bestimmtes Hintergrundbild für den Link geladen werden soll – und zwar bei jeder Adresse ein eigenes.

Beispiel: Hat ein Benutzer die Adresse spiegel.de besucht, wird über das CSS für den spiegel.de-Link auf der versteckten Seite ein Hintergrundbild geladen. Diese Bildanfrage registriert Boshells Server und erfährt dadurch, dass der Benutzer bereits auf spiegel.de war. (So sieht übrigens die versteckte Seite bei Boshell aus)

Das Geniale

an diesem Trick ist, dass er keine Sicherheitslücke per se ausnutzt, sondern nur mit den Möglichkeiten einer Websprache spielt.  Und: Der Trick hat Potential. So ließe sich bspw. auf den geplanten Kinderporno-Stopp-Seiten relativ einfach feststellen, ob ein Nutzer auch auf anderen zensierten Webseiten unterwegs war. Und das Heer der Datenkraken könnte problemlos feststellen, welche Seiten ich so besuche um daraus gut verkäufliche Nutzerprofile zu basteln. Oder Phisher gleichen ihre Linklisten gegen meine Daten ab, um zu ermitteln, bei welchen Banken ich Kunde sein könnte.

Sinnvoll beikommen könnte man all dem meines Erachtens nur, indem man per Plugin gegen versteckte iFrames vorgeht. Eine kurze Recherche bei den Firefox-Addons brachte keine Ergebnisse – aber vielleicht weiß ja in den Kommentaren jemand eine Lösung.

[via Fefe]
[Boshells Testseite]

The Science of Cricket Pop

DLM

bastelt ja schon seit längerer Zeit zusammen mit Thomas Walsh von Pugwash an einem Konzeptalbum zum Thema Cricket. Das ganze nennt sich nach einem Verfahren zur Punkteberechnung The Duckworth Lewis Method.

Am 22. Juni kommt mit The Age of Revolution die erste Single, im Juli folgt das Album. Bis dahin finden sich auf der Myspace-Seite der Band einige Songs und ein Treffen mit den Jungs von den Black Cab Sessions hat auch schon stattgefunden.


[via The Divine Camaraderie]
[DLM Myspace]
[DLM Black Cab]

iTunes 8.2: iPhone-Kontakte mit Google synchronisieren

Seit

dem Upgrade auf Version 8.2 verweigert iTunes bei vielen iPhone-Nutzern unter Windows die äußerst praktische Kontaktsynchronisation mit Googlemail. Itunes gleicht sich nicht mehr mit den Google-Kontaktdaten ab und gibt folgende gleichermaßen kryptische wie verstörende Fehlermeldung aus:

gconsync.exe Fehlermeldung

gconsync.exe – Fehler in Anwendung
Der Vorgang “read”  konnte nicht auf dem Speicher durchgeführt werden.

Das Problem

wird auch in den Hilfeforen von Google diskutiert. In diesem Thread meldete sich auch schon das Google-Mobile-Team zu Wort und verkündete, zusammen mit Apple bereits an einer Lösung zu arbeiten.

Für die Zwischenzeit hat ein User dort aber einen Workaround gepostet, der bei mir unter Windows XP sehr gut funktioniert: Führt man gconsync.exe im Windows98-Kompatibilitätsmodus aus, verrichtet sie wieder klaglos ihren Dienst.

KURZANLEITUNG:

gconsync Eigenschaften

  1. gconsync.exe suchen. Die Datei sollte sich bei normal konfigurierten Systemen unter C:\Programme\Gemeinsame Dateien\Apple\Mobile Device Support\bin befinden.
  2. Rechtsklick auf die Datei, Eigenschaften.
  3. Unterm Karteireiter “Kompatibilität”, “Programm im Kompatibilitätsmodus ausführen für Windows 98 / ME” auswählen
  4. OK drücken.
Windows-Vista

erfordert laut dem Autor des Forenbeitrages ein Ausführen als Administrator. Inwieweit das die Sicherheit des Systems beeinträchtigt, bzw. ob es überhaupt funktioniert, kann ich jedoch nicht sagen, da ich Windows Vista nicht benutze. Ein iTunes-Update, das diesen Fehler behebt, wird aber sowieso hoffentlich in den nächsten Tagen veröffentlicht.