Archive for Mai, 2007

« Previous Entries

Chris died for you

Albumcover-imitatZuerst freut man sich natürlich: Da hat wer eine Promo-CD vom neuen Album von Chris Cornell. Carry On. Nichts wie hin, das will man hören. Denn: Soundgarden, olé olé; Euphoria Morning, groovy; Audioslave, auch schick (das letzte Album vielleicht nicht, aber, hey, was soll’s?).

Und dann hörst Du die ersten Töne vom Opener ‘No such thing’ und denkst Dir: Ey, alte Rockersau, der lässt’s ja nochmal richtig krachen. Denkste. Nach einer halben Minute Gitarrenlärm wird es plötzlich still und seicht. Geraunze, wie auf der Euphoria Morning. Aber das könntest Du noch verkraften, nicht sehr originell – aber man kann sich ja auch nicht in jedem Song neu erfinden.

‘Poison Eye’, einen Track später, hat den synkopisierten Charme der ‘Down on the Upside’, nur leider nicht so strikt durchgezogen wie vor zehn Jahren. Irgendwie scheint Chris doch sehr stolz auf seine Stimmbänder zu sein – die müssen sich daher auch nicht dem Rhythmus beugen, machen was sie wollen (oder was Chris will) und damit alles kaputt. Der an sich mitreißende Beat verkommt damit zur Begleitperkussion ohne eigene Leitkraft.

Ab ‘Arms Around You’ beginnt man zu verzweifeln, derartig weichgespült hat sich Cornell die letzten Jahre über. Dieser Track trägt die neon-leuchtende Aufschrift ‘radiotauglich’. Chris verkitscht. Leider erholt er sich auch im weiteren Verlauf der CD nicht. Interessanterweise klingt das Album nach all den Scheußlichkeiten der frühen 90er-Jahre, die Soundgarden damals vermieden haben. Breite Refrains, unelegant-schmalzige Gitarrenläufe. Grunge auf Entziehungskur.

Da hat also einer alles, was er an Lebenserfahrung hatte, über Bord geschmissen – und dann geht er noch einen Schritt weiter: Er covered coverd covert ‘Billie Jean’. Nicht schmissig wie Jacko, nein Chris will ein Requiem. ‘Billie Jean’ ist aber nunmal nicht ‘Mary Jane’s last dance’ und überhaupt sollte man manche Lieder im Jahre 2007 nicht mehr hervorholen.

Frauenstimmenunterstützung bei ‘Scar on the Sky’; nein, Quatsch, Chris hat sich nur ganz kitschig selbst in den Refrain gesampled gesampelt. ‘Your Soul Today’ hat Percussion, Riffs und Soli eines Aerosmith-Songs aus der ‘Cryin’-Phase. In ‘You know my Name’ werden die Him-Streicher rausgeholt, Finale im 0-8-15-Orchesterpomp.

Uns bietet sich ein Bild des Grauens. ‘Carry On’ ist Cornells ‘Rudebox’: Alle Schlappen eines Zeitalters interpretiert, komprimiert, rearrangiert. Leider ohne Innovationen. Wir müssen also doch auf das neue Album der Smashing Pumpkins weiterhoffen.

Chris Cornell – Carry On, ist ab 28. Mai 2007 erhältlich.

Romantic Rights

Der Satz “Ich habe mich in einen Zeichenstil verliebt.” erschließt sich einem nicht gleich beim ersten Mal. Auch beim zweiten Versucht denkt man sich, “Naja, wird wohl ziemlich cool aussehen”.

Was es aber tatsächlich bedeutet, sich in eine Reihe bunter Pixel zu verlieben, kann man erst verstehen, wenn man die Tagebuch-Comics von Natasha Allegri gesehen hat. Philipp hatte sie zuerst gesehen; dennoch dachte ich einen kurzen Augenblick, sie könnte mir gehören.
Aber nachdem er jetzt einen ganzen hingebungsvollen Eintrag über Madame und ihre Bildchen verfasst hat, wird daraus wohl nichts. Soll er sie doch behalten!

Aaaaaaah…!!! ..!!!

Meine reizende Assistentin hat Recht wenn sie fragt: “Wo bitte bleibt der Klimawandel?!”

Wieso? Weswegen? Was ist los? Man werfe einen Blick auf das hier.

(Um von Google Suchanfragen besser gefunden zu werden, muss ich hier fast noch gen Ende ein Schmidt und Pocher, oder noch besser: Schmidt & Pocher anfügen)

« Previous Entries